zum Inhalt springen

Barrierefreie selektive Rezeption akustischer Medieninhalte im A/V-Kontext

Projektbeschreibung

Aufhänger des Teilprojekts "Barrierefreie selektive Rezeption akustischer Medieninhalte im A/V-Kontext" ist der sogenannte "Cocktailparty-Effekt". Er beschreibt die menschliche Fähigkeit zum selektiven Hören: Inmitten einer Vielzahl gleich lauter Gespräche wie auf einer Party oder in einem Café können sich Menschen auf ein bestimmtes Gespräch konzentrieren und andere Geräuschquellen bis zu einer gewissen Lautstärke ausblenden. Dies ist nur möglich, weil Menschen die räumliche Position von Schallquellen bestimmen können. Voraussetzung dieser akustischen Lokalisation ist das binaurale Hören mit zwei Ohren. Die unterschiedlichen Schallsignale werden vom Gehirn in einem komplexen Prozess auf Grundlage der individuellen Hörerfahrung verarbeitet und miteinander verglichen.

Menschen mit (oft altersbedingter) Hörbeeinträchtigung können mit handelsüblichen einohrigen Hörgeräten nicht ohne Weiteres selektiv hören, da die Schallquellen im Gerät unabhängig von ihrer räumlichen Position akustisch verstärkt werden – in Situationen ähnlich einer Cocktailparty nehmen die Betroffenen dann nur noch ein Stimmengewirr wahr, sodass sie keinem Gespräch folgen können. Technische Nachbildungen der räumlichen Hörwahrnehmung sind bisher nur bedingt möglich – sie werden von spezialisierten, interdisziplinären Forschungsteams aktuell weiterentwickelt.

Im diesem Projekt wird deshalb eine alternative Möglichkeit zur Selektion einer Schallquelle vorgeschlagen: eine visuelle Hilfe. Die Vision ist eine Art Hörbrille, mit der Gesprächspartner durch die Blickrichtung der Augen besser wahrgenommen werden.

Dieser Ansatz soll durch praktische Umsetzung erforscht werden, ohne ihn allein auf die Cocktailparty-Situation zu beschränken: In einer Testumgebung sollen die Schallquellen zunächst mit einem Mikrofonarray audiotechnisch im Raum lokalisiert, als einzelne Objekte voneinander getrennt und nach Art der Schallquelle klassifiziert werden. Diese akustische Objekterkennung soll anschließend mit einer visuellen Auswahlmöglichkeit verbunden werden. Die resultierenden A/V-Objekte sind dann elektroakustisch manipulierbar, sodass beispielsweise im Cocktailparty-Szenario der Gesprächspartner lauter geregelt werden kann.

Mitarbeiter

Lorenz Fiedler

Letzte Änderung: 20.3.2014
Logo: Member of European University Association   Logo: Zertifikat seit 2010 audit familiengerechte hochschule   Logo: Mitglied des Best Practice-Clubs Familie in der Hochschule   Logo: Deutschland STIPENDIUM wir sind dabei   Logo: WELTOFFENE HOCHSCHULEN – GEGEN FREMDENFEINDLICHKEIT   Logo: Metropolregion Mitteldeutschland